Ferdinand fragt · vor 3 Tagen
Alle in meinem Feed haben anscheinend jedes Wochenende wilden Sex, und ich liege gefühlt jeden Abend alleine im Bett und hole mir einen runter. Im Chat tun die Jungs so, als hätten sie längst alles durchgespielt. Ich komme mir langsam total kaputt vor, weil ich das so oft mache, während die anderen scheinbar ihr Leben leben. Bin ich echt der Einzige, der so feststeckt?
Dr Gnoxx antwortet
Hand aufs Herz: Niemand auf dieser Welt hat so viel Sex wie Jungs auf Instagram und in Klassen-Chats behaupten. Wirklich niemand.
Was du in deinem Feed siehst, ist die Hochglanz-Version von purem Wunschdenken. Wahrscheinlich sitzt die Hälfte deiner Kumpels mit dem Smartphone im Dunkeln und macht exakt dasselbe wie du – tippt danach aber eine Prahlerei in die Story, um bloß nicht uncool zu wirken. Masturbation ist kein peinlicher Trostpreis für Leute, die leer ausgehen, sondern völlig normale Biologie, Stressabbau und das Natürlichste der Welt. Du bist nicht kaputt, du bist einfach nur ehrlich zu dir selbst.
Der einzige Grund, warum du dich einsam fühlst, ist dieser verzerrte Vergleich. Versuch beim nächsten Mal einen mentalen Reset: Wenn im Chat wieder die großen Heldenmärchen aufgetischt werden, denk dir einfach trocken: „Schöne Gute-Nacht-Geschichte, Bros.“ Und leg das Handy vor dem Einschlafen weg.
Hör auf, dich für deine Lust zu schämen. Ein Orgasmus ist nichts, wofür man sich entschuldigen muss – erst recht nicht vor Leuten, deren Haupttalent im Übertreiben liegt.
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