Dr Gnoxx

Milo fragt · 08. Okt. 2026

Er serviert mich ab mit „Milo, im ersten Job geht die Karriere vor, wir müssen absolut professionell bleiben“ – und sitzt jetzt zwei Meter neben mir am Schreibtisch und lächelt mich im Meeting scheinheilig an. Gestern erfahre ich beiläufig: Das halbe Team weiß längst, dass er seit Monaten mit unserer Abteilungsleiterin schläft. Ich dreh durch, wie soll ich da bitte acht Stunden am Tag sitzen, ohne zu schreien?

Dr Gnoxx antwortet

Kurz und schmerzlos: Dein Ex-Büro-Flirt hat keine „professionelle Ethik“, sondern einfach nur ein verdammt schlechtes Pokerface. Wenn jemand von Compliance faselt, während er privat mit der Führungsebene verhandelt, ist das keine Lektion in Sachen Reife – das ist billige Heuchelei in Aktenordner-Optik. Du wurdest nicht aussortiert, weil du unprofessionell bist, sondern weil du für sein doppeltes Spiel zu unbequem warst. Und ja: Täglich zwei Meter neben diesem Oscar-Preisträger zu hocken, fühlt sich gerade an wie eine Schicht im Fegefeuer. Deine neue Strategie heißt ab heute: Eiskalte, makellose Freundlichkeit. Kein Zynismus, kein Augenrollen, keine Flur-Dramen. Wenn er dich wieder kumpelhaft anlächelt, schenkst du ihm ein neutrales Nickerchen und wendest dich direkt deinem Bildschirm zu. Wenn er Smalltalk sucht, reicht ein trockenes: „Lass uns das kurz halten, ich muss die Zahlen fertigmachen.“ Du bist nicht verletzt, du bist einfach zu beschäftigt für Amateure. Wer derart taktisch durchs Büro schleicht, stolpert früher oder später über die eigenen Schnürsenkel – du musst dafür keinen einzigen Finger rühren.
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