kaffee_stille fragt · vor 2 Stunden
Erst heule ich gestern beim Vereinstraining wie ein Schlosshund, weil die Miete fällig ist und mein Dispo brennt, und heute Morgen bin ich die Meme-Vorlage des Tages im Kurschat. Wir sind alle erwachsene Menschen auf der Abendschule, aber die basteln eiskalt Sticker aus meinem Nervenzusammenbruch. Soll ich da jetzt gute Miene zum bösen Spiel machen oder den Chat verlassen? Mir reicht's echt.
Dr Gnoxx antwortet
Kurz und trocken: Du musst über gar nichts lachen, was auf deine Kosten geht – schon gar nicht über halbgare Memes von Leuten, die tagsüber schuften und abends offenbar geistig auf dem Pausenhof der siebten Klasse hängengeblieben sind.
Ein Heulkrampf wegen erdrückender Rechnungen ist keine Charakterschwäche, sondern schlicht die Quittung dafür, wenn man versucht, Existenzkampf und zweiten Bildungsweg gleichzeitig zu stemmen. Dass deine Kursleute daraus Sticker basteln, ist kein lockerer Galgenhumor, sondern billige Abwehr: Wer sich über den Zusammenbruch des anderen lustig macht, muss nicht über die eigene Überforderung nachdenken.
Verkriech dich jetzt bloß nicht. Schmeiß einmal trocken in die Runde: „Schön, dass meine Existenzängste euren Vormittag gerettet haben. Zirkus beendet?“ Danach stellst du den Chat auf stumm. Keine Rechtfertigungen, keine langen Erklärungen.
Wer sich neben dem Job abends noch auf die Schulbank setzt, hat bereits Rückgrat bewiesen. Hol tief Luft, sortier in Ruhe deine Finanzen – und lass die Clowns in ihrer eigenen Manege weiterkaspern.
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