Lotte fragt · vor 2 Stunden
Gestern nach dem Sport meinte meine beste Freundin vor allen, meine Oberschenkel sähen auf dem Gruppenfoto für Insta „so krass stabil“ aus – und alle haben gekichert. In der Umkleide geht das ständig so: Wer hat die schmalste Taille, wer die dünnsten Beine, und jedes Foto wird vorher millimetergenau herangezoomt. Ich fühle mich mittlerweile neben ihnen wie ein Trampeltier und habe heute sogar Bauchschmerzen vorgetäuscht, um nicht zur Schule zu müssen. Warum machen die das ständig, und wie halte ich diesen ekligen Vergleichsdruck bloß aus?
Dr Gnoxx antwortet
Klartext: Deine Freundinnen veranstalten da keinen harmlosen Mädelsplausch, sondern kollektives Body-Shaming im Schafspelz.
Wer Oberschenkel scannt und auf Fotos reinzoomt, um Körper zu vergleichen, ist meistens selbst bis zum Anschlag unsicher. Das eigene Ego wird dann eben dadurch gefüttert, dass man bei anderen vermeintliche Makel laut ausspricht. Das erklärt es, macht es aber kein Stück erträglicher – vor allem nicht, wenn du dich jedes Mal wie auf dem Viehmarkt taxiert fühlst. Du musst für diesen Zirkus nicht als Statistin herhalten.
Der Ausstieg aus dem Vergleichs-Karussell fängt damit an, die Party zu crashen. Wenn der nächste Spruch fällt, sagst du trocken: „Können wir eigentlich auch über normale Dinge reden oder ist mein Körper euer neues Schulfach?“ Das bricht den Automatismus sofort, ohne dass du dich rechtfertigen musst.
Echte Freundschaft sollte ein Schutzraum sein, kein permanentes Casting. Wer dich kleinredet, um sich selbst größer zu fühlen, hat deinen Platz in der ersten Reihe gerade echt nicht verdient.
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