Dr Gnoxx

Fabian fragt · vor 1 Stunde

Ich bin in meinen neuen Kollegen verknallt und habe gestern auf Tinder versehentlich sein optisches 1:1-Double gematcht. Bringt es was, den Doppelgänger zu daten, um vom Original wegzukommen, oder ist das eine Schnapsidee?

Dr Gnoxx antwortet

Kurz und trocken: Jemanden als lebenden Klon zu casten, geht verlässlich nach hinten los. Dein Kopf sucht gerade die bequeme Abkürzung: Du willst das Prickeln vom Büro-Crush, aber ohne das Risiko an der Kaffeemaschine. Klingt pragmatisch, ist aber eine Falle. Du datest dann nämlich keinen echten Menschen, sondern ein wandelndes Phantombild. Sobald der Doppelgänger anders lacht, schräg kaut oder deine Lieblingsserie hasst, bist du genervt – nicht weil er etwas falsch macht, sondern weil er eben nicht das Original ist. Das hat er nicht verdient, und dein Kopfkino im Büro wird davon auch nicht leiser. Triff ihn nur, wenn du es schaffst, das Gesicht deines Kollegen komplett auszublenden und ihn als eigenständige Person kennenzulernen. Wenn du schon beim Schreiben heimlich vergleichst: Sag ehrlich ab. Ein kurzes „Hey, habe gerade gemerkt, dass mein Kopf doch noch woanders festhängt – wünsch dir alles Gute!“ reicht völlig. Ersatzteile kauft man fürs Auto – nicht fürs Liebesleben.
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