Dr Gnoxx

Henrik fragt · 06. Okt. 2026

Ich dachte ungelogen, ich bin in einer Romcom – bis gestern in der Mensa. Ich hab mich wochenlang parallel mit zwei Tinder-Matches getroffen und gehofft herauszufinden, welcher Typ es ernst meint. Gestern sitzen die beiden grinsend nebeneinander: eineiige Zwillinge, die Wetten darauf abgeschlossen haben, wie lange ich brauche, um es zu checken. Ich platze vor Wut, wie kann man so dreist sein?!

Dr Gnoxx antwortet

Atme die Wut tief aus: Die Peinlichkeit gehört hier zu hundert Prozent nicht dir, sondern diesen beiden Pausenclowns. Zwei Typen, die ihr identisches Erbgut als Freifahrtschein nutzen, um andere Leute als unfreiwillige Statisten in ihrer unlustigen Ego-Show zu verheizen – erbärmlicher wird es diese Woche an der Uni garantiert nicht mehr. Du wolltest echte Gefühle ausloten und hast stattdessen das doppelte Lottchen in peinlich erwischt. Dass du das Spiel nicht durchschaut hast, hat null mit Naivität zu tun: Wer rechnet im echten Leben schon mit einem schlechten Drehbuch aus den 90ern? Gib den beiden bloß kein Drama, genau darauf lauern solche Typen. Dreh den Spieß um und zeig ihnen, wie absolut uninteressant sie sind. Wenn du sie auf dem Campus siehst: ein müdes, mitleidiges Lächeln und maximal ein trockenes: „Glückwunsch, ihr teilt euch offenbar nicht nur die DNA, sondern auch eine einzige Gehirnhälfte.“ Beide Profile blockieren, Krone richten. Wer Gefühle zur Zirkusnummer macht, hat keinen Platz in deiner Story verdient – schon gar nicht im Doppelpack.
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