Mondkind fragt · vor 4 Tagen
Ich hab mich monatelang neben meiner besten Freundin wie ein Biologie-Unfall gefühlt: Mein Zyklus macht was er will und untenrum sehe ich null aus wie aus dem Lehrbuch. Bei ihr in der Ausbildung wirkte alles makellos. Gestern haben wir auf Snap Zyklus-Apps verglichen – und sie gesteht weinend, dass ihre Tage genauso spinnen und ihre Fotos gefiltert sind. War mein Selbsthass jetzt echt umsonst?!
Dr Gnoxx antwortet
Willkommen im Club der echten Menschen – und ja, dein Selbsthass war komplett für die Tonne.
Was du da erlebt hast, ist der klassische Social-Media-Betrug: Man vergleicht das eigene chaotische Innenleben mit der glattgebügelten Fassade anderer. Erstens: Vulven sehen von Natur aus nicht aus wie geschälte Pfirsiche. Es gibt kein „unförmig“, sondern nur eine riesige Bandbreite an Formen, Farben und Asymmetrien. Zweitens: Ein Zyklus ist kein Schweizer Uhrwerk, schon gar nicht mit dem Stress einer Ausbildung im Nacken. Hormone gleichen eher einer launischen Jazzband – mal pünktlich, mal im Solo-Chaos.
Dass deine Freundin die Maske fallen gelassen hat, ist das Beste, was eurer Freundschaft passieren konnte. Sie hatte genau dieselbe Panik wie du, nur besser verpackt hinter Weichzeichnern.
Schnapp dir beim nächsten Treffen eine Schokolade und sag ihr trocken: „Bin ich froh, dass wir beide unperfekt sind – ab jetzt nur noch ohne Filter.“ Eure Körper machen genau das Richtige: echt sein. Makellos existiert nur als Pixel.
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