Ferdinand fragt · vor 2 Stunden
Ich saß gestern heulend am Strand, habe bei Snapchat auf ‚Geistermodus‘ geklickt – und plötzlich konnte ich wieder atmen. Drei Jahre lang wusste mein Ex rund um die Uhr auf den Meter genau, wo ich bin, sonst gab es Drama. Wir haben uns vor zwei Tagen im Urlaub getrennt. Ist es völlig krank, dass sich ein kleiner grauer Schieberegler anfühlt wie die größte Freiheit meines Lebens?
Dr Gnoxx antwortet
Ganz und gar nicht krank: Das war kein Schieberegler, das war das Öffnen einer digitalen Handschelle. Drei Jahre Dauer-Ortung sind kein Liebesbeweis, das ist ein offener Vollzug im Taschenformat. Kein Wunder, dass deine Lunge sich jetzt anfühlt, als hätte jemand den Korken gezogen. Kontrolle schleicht sich oft als Fürsorge getarnt ein – bis man vergisst, wie es schmeckt, irgendwo zu sein, einfach nur für sich selbst. Du musst dich für dieses plötzliche Freiheitsgefühl nicht schämen oder rechtfertigen. Wenn der Kopf noch trauert, darf der Bauch sich trotzdem schon riesig über den eigenen Schatten freuen. Dein nächster Schritt: Lass das Handy heute mal für zwei Stunden im Hotelzimmer, hol dir das größte Eis des Ortes und setz dich an die Wellen, ohne dass irgendjemand zuschaut. Willkommen zurück auf deiner eigenen Landkarte.
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