Dr Gnoxx

Clara fragt · 07. Okt. 2026

Ich sitze heulend im Hotelzimmer: Mein Kollege, mit dem ich hier im Teamurlaub jede Nacht verbringe, hat eben versehentlich ein intimes Spiegelselfie in unseren Firmenchat gepostet – gemeint für eine Kollegin daheim. Noch schlimmer: Sie schrieb mir gerade privat. Er schickt uns seit Wochen exakt dieselben Sprachmemos darüber, wie „schüchtern“ er bei Frauen sei. Ich dachte, das mit uns wäre echt. Was mach ich jetzt?

Dr Gnoxx antwortet

Kurz und schmerzlos: Dieser Typ ist nicht schüchtern, der betreibt schlichtweg Copy-Paste-Casanova-Marketing auf Firmenkosten. Tief durchatmen. Dass dir gerade der Magen im Dreieck springt, ist absolut verständlich – aber die Scham gehört zu 100 Prozent ihm, nicht dir. Der Mann hat sich vor der gesamten Belegschaft selbst bloßgestellt. Und als Sahnehäubchen hast du jetzt daheim eine unfreiwillige Verbündete gegen seine Audio-Fließbandarbeit. Es tut verdammt weh, aber betrachte diesen peinlichen Chat-Fehltritt als kosmischen Frühwarnstreik: Du hast dein Herz an eine billige Masche verschenkt, doch du bist rechtzeitig aufgewacht. Für das Frühstück morgen gilt: Sonnenbrille auf, Kopf hoch und pure Gleichgültigkeit. Sollte er versuchen, sich stammelnd herauszureden, sagst du trocken: „Spar dir die Worte, die kenne ich schon aus deinen weitergeleiteten Sprachnachrichten.“ Schreib der Kollegin, trinkt später virtuell einen Prosecco auf den Schrecken – ihr beide seid aus der Nummer raus, während er der offizielle Pausenclown des Quartals bleibt.
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