Dr Gnoxx

Samuel fragt · 03. Okt. 2026

Ich treffe mich seit ein paar Wochen mit einem Typen, es ist nichts Festes, aber es tut mir gut. Und meine Jungs hier im Kaff machen jetzt schon dumme Sprüche, weil ich mich seltener blicken lasse. Wenn ich ihnen sage, dass ich auch auf Männer stehe und mit wem ich meine Abende verbringe, brennt hier der Baum. Warum muss man sich eigentlich immer rechtfertigen, nur um sein Leben zu leben?

Dr Gnoxx antwortet

Du musst dich gar nicht rechtfertigen – schon gar nicht für eine lockere Sache, die erst einmal nur dich etwas angeht. In Kleinstädten geraten alte Cliquen schnell in Unruhe, wenn einer aus der gewohnten Dynamik ausbricht. Wenn dann noch Bisexualität ins Spiel kommt, mischt sich oft Unwissenheit mit der Angst vor Veränderung. Das eigentliche Problem ist aber: Du reibst dich gerade daran auf, die Reaktionen deiner Kumpels kontrollieren zu wollen, um den Frieden zu wahren. Echte Freundschaft hält es aus, wenn du nicht in deren starre Schubladen passt. Und wenn sie daran zerbricht, war der Zusammenhalt ohnehin an Bedingungen geknüpft. Nimm für den Moment das Drama raus. Du schuldest niemandem ein feierliches Coming-out zwischen Tür und Angel. Aber hör auf, Ausreden zu erfinden. Wenn der nächste Spruch kommt, setz eine schlichte Grenze: „Ich treffe mich mit jemandem, der mir guttut, und ich will dazu keine blöden Witze hören.“ Ob und wann du Details nennst, entscheidest du erst, wenn du merkst, wer dir wirklich den Rücken freihält. Du musst dich für dein Begehren vor niemandem entschuldigen.
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